Notarverträge

Anbahnung eines Vertrages

Phase 1: Erste Verhandlungen und Begehung der Immobilie

Der Erwerb oder die Veräußerung einer Immobilie sind immer etwas Besonderes. Es geht um viel. Daher ist besondere Vorsicht geboten. Bei Gebrauchtimmobilien kann es zu Streitigkeiten kommen: oft werden Mängel erst nach Vertragsschluss festgestellt. Daher ist es ratsam, vor Unterzeichnung des Notarvertrages die Transaktion prüfen zu lassen. 

Phase 2: Kaufentschluss

Sind sich die Parteien nach genauer Prüfung der Immobilie über den Kaufpreis einig, wird der Käufer oft einen Notar beauftragen, der den ersten Entwurf eines Notarvertrages vorlegt. Ab jetzt beginnt die zweite Phase des „genauen Hinsehens“, bei der wir Ihnen gerne unterstützend zur Seite stehen:

  • Gerne führen wir für Sie die Kommunikation mit den Beteiligten (Käufer/Verkäufer/Makler/Hausverwaltung etc).
  • Gerne übernehmen wir die Korrespondenz/Abstimmung mit dem Notariat.

Phase 3: Rechtsberatung

Sie fragen sich sicher, warum Sie eine Rechtsberatung benötigen sollen, wenn es doch den Notar gibt? Während ein Notar stets neutral sein muss und auf die Interessen beider Parteien Rücksicht zu nehmen hat, sind wir als Jasper Rechtsanwälte Ihre einseitige Interessenvertretung. Wir prüfen Ihren Immobilienkaufvertrag auf nachteilige Klauseln, die auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar sind:

  • Wir beraten Sie so, dass sowohl wirtschaftlich als auch zeitlich das bestmögliche Ergebnis erreicht wird.
  • Wir sind Ihre einseitige Interessenvertretung und können Ihnen dabei helfen, den Kaufvertrag so zu gestalten und umzuändern, dass er für Sie mehr als zufriedenstellend ist.
  • Es erfolgt eine detaillierte rechtliche Prüfung des Kaufvertrages und der dazugehörigen Unterlagen, insbesondere Teilungserklärung und/oder Mietverträge bei vermieteten Objekten.
  • Wir stimmen für Sie die erforderlichen/zweckmäßigen Vertragsänderungen mit dem Notariat und der Gegenseite ab.
  • Wir können für Sie Notartermine wahrnehmen.
  • Nach Vertragsschluss kommunizieren wir mit dem Notariat/Verkäufer im Rahmen des Abwicklungsprozesses, insbesondere bei der Übergabe des Objekts (Lasten-/Nutzenwechsel).
  • Wir prüfen die Eigentumsumschreibung.
  • Wir prüfen (wenn gewünscht) Ihre Finanzierungsunterlagen sowie Abstimmung mit Banken und begleiten Sie bei allen Finanzierungsfragen.
  • Wir beraten Sie im Zuge des gesamten Immobilienerwerbs, bei Bedarf auch in englischer Sprache.
  • Immobilien-Profis lassen sich stets entsprechend beraten, seien auch Sie ein Immobilien-Profi!
Weshalb Sie Ihren Notarvertrag VOR Unterzeichnung prüfen lassen sollten!

Ablauf eines Notartermins

Zum vereinbarten Termin treffen sich beide Parteien (oder deren Vertreter) beim Notar.

Der Notar prüft die Ausweisdokumente der Anwesenden. 

Der Notar liest die (Kaufvertrags)Urkunde vor. Er erklärt dabei juristische Begriffe. Anwesende können dazu Fragen stellen und Änderungen/Ergänzungen wünschen, die der Notar bei allseitiger Zustimmung einfügt (auch handschriftlich). Allerdings bleibt der Notar stets neutral und darf keine Partei einseitig beraten.

Die Parteien und der Notar unterzeichnen die Urkunde. Der Notar schließt die Beurkundung. 

Abwicklung

Ist der Notarvertrag unterzeichnet, wird sich die Notarin/der Notar den Vertrag abwickeln. Bei Fälligkeit des Kaufpreises wird der Käufer vom Notar zur Zahlung aufgefordert. Der Notar beantragt die Umschreibung des Eigentums im Grundbuch. Mit dieser Umschreibung wird der Käufer Eigentümer. 

Aber nicht alle Abwicklungen von notariellen Grundstückskaufverträgen laufen so problemlos: 

Streit (-beilegung), Rückabwicklung, Rücktritt

Zahlt der Käufer trotz Aufforderung durch den Notar den Kaufpreis nicht, muss sich der Verkäufer überlegen, ob er vom Vertrag zurücktritt. In diesem Fall muss der Kaufvertrag rückabgewickelt werden. Wendet sich der Käufer dagegen, weil er seinerseits nunmehr Mängel am Kaufobjekt festgestellt hat, kommt es zum Streit. Aber wie soll dieser Streit beigelegt werden? Kommt eine einvernehmliche Regelung nicht zu Stande (und hier ist der Notar nicht berufen, diese einvernehmliche Lösung herbeizuführen, sondern hier müssen die Parteien gegebenenfalls mit Rechtsanwälten eine Lösung finden), kann es zu Prozessen kommen. 

Prozesse und Schadensersatzforderung

Prozesse sind – insbesondere, wenn es um viel geht, wie bei Grundstückskaufverträgen – teuer, langwierig und belastend für beide Parteien. Das gilt vor allem, wenn die Parteien sich gegenseitige Vorwürfe machen und Schadenersatzforderungen stellen. Selten wird ein Schiedsgericht bemüht, meist geht es zu den ordentlichen Gerichten (Landgericht, Oberlandesgericht, Bundesgerichtshof). Solche Verfahren können lange dauern. Beide Parteien hängen „in der Luft“. 

Daher ist es wichtig, möglichen Szenarien in dem Notarvertrag abzubilden und klare Regelungen für solche Streitrfälle zu finden. Dafür bedarf es fachkundiger Beratung, bevor ein solches Szenario eintritt. 

Ebenso ist es sinnvoll, sich sowohl als Käufer als auch als Verkäufer vorab selbst vorzubereiten. 

Hier können Sie eine Checkliste zum Notarvertrag kostenlos downloaden:

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